Fontanelle

In seiner Entwicklungsgeschichte gibt es beim Chihuahua als einzigste Hunderasse ein ganz besonderes

Merkmal: eine offene Fontanelle. Diese offene Fontanelle nicht das Ergebnis der Zucht, sondern wurde auch bei wildlebenden Chihuahuas in Mexiko entdeckt. In der Vergangenheit wurde diese offene Fontanelle nicht nur als ein typisches Rassemerkmal akzeptiert, sondern weltweit von den Standards der Hundezuchtverbände gefordert. Bei allen Föten und Neugeborenen sind die Schädelknochen nicht fest miteinander verwachsen, aber bei den meisten Arten - wie auch den Menschen

- wachsen diese Knochen im Laufe der Entwicklung zum Erwachsenen zusammen.

Die Fontanelle ist bei Chihuahuas unterschiedlich in Form und Größe, bei manchen ist sie auch komplett geschlossen. Ist sie vorhanden, kann man sie auf dem Oberkopf, wo Schläfen und Stirnknochen zusammen kommen, fühlen. Die Tatsache, dass ein Chihuahua einen gewölbten Kopf und manchmal auch eine kleine, offene Fontanelle hat, hat keinerlei Bezug zu einer möglichen Erkrankung an Hydrocephalus. In Amerika haben Studien der letzten Jahrzehnte ergeben, dass im Alter von bis 18 Monaten nur 15,7% der gezüchteten Chihuahuas eine bereits geschlossene Fontanelle haben. Im Alter ab 18 Monaten schlossen sich weitere 50% komplett und 1,6% auf Erbsengröße. In einigen Fällen dauerte es bis zu 3 Jahren, dass sich die Fontanelle komplett schloss. In anderen Fällen blieb lebenslang eine offene Fontanelle.

Der Standard in Deutschland fordert heute einen Chihuahua mit geschlossener oder sehr kleiner, offener Fontanelle.

Hydrocephalus

Ein Hydrocephalus (Wasserkopf) entsteht aus einer Ansammlung von cerebrospinaler Flüssigkeit (CSF) im Gehirn und der Umgebung des Gehirns. Diese überschüssige Flüssigkeit ist das Ergebnis von 1.) einer Überproduktion, 2.) einer Störung im Flüssigkeitsfluss irgendwo im CSF-System oder 3.) unzureichender Resorption in das venöse System. Der Hydrocephalus kann sich bereits während der Trächtigkeit entwickeln; in diesem Fall kann der betroffene Welpe entweder tot geboren werden oder sogar Geburtsprobleme bereiten. Wird ein betroffener Welpe lebend geboren, fällt er oft durch aufgeregtes Schreien auf, hat Probleme beim Saugen und entwickelt sich nicht zufriedenstellend.

Einige typische Anzeichen für einen Welpen mit Hydrocephalus sind:

-ein sehr auffälliger großer, gewölbter Kopf

-"dümmlicher" Ausdruck und langsames Lernen

-Bewegungsauffälligkeiten, Schwierigkeiten beim Laufen und Springen

-Krampfanfälle

-nicht altersgemäße Entwicklung, unzureichendes Wachstum

Wie bereits oben gesagt, kann ein Hydrocephalus in manchen Fällen bereits kurz nach der Geburt entdeckt werden. Oft ist es jedoch so, dass sich diese Erkrankung erst Wochen später bemerkbar macht.

Welpen mit einem Hydrocephalus können erst im Alter von 3 bis 4 Monaten erstmals Krampfanfälle zeigen. Diese sind manchmal von so geringer Ausprägung, dass Züchter oder Besitzer sie nicht bemerken. Andere betroffene Welpen werden aber erst gar nicht so alt und sterben friedlich im Schlaf.

Welpen mit milder Form des Hydrocephalus können das Erwachsenenalter erreichen. Es gibt keine Behandlung dieser Erkrankung, bis auf die Möglichkeit im Rahmen einer Gehirnoperation eine Drainage einzusetzen, um den Druck zu mindern. Allerdings wird bei betroffenen Welpen aufgrund der äußerst schlechten Prognose in den meisten Fällen zur Einschläferung geraten. Jeder Stress, jede Aufregung, jede Wetterveränderung kann den Zustand wieder rapide verschlechtern.

Man geht davon aus, dass ein Hydrocephalus genetische Ursachen hat. Es gibt aber auch Fälle, in denen ein Trauma, wie z.B. ein Schlag auf den Kopf, für diese Erkrankung verantwortlich ist. Ein Hydrocephalus kann auch erst im Erwachsenenalter auftreten, resultiert dann aber aus einem Gehirntumor oder einer Meningitis.

 Epilepsie       

Unter dem Begriff Epilepsie wird eine Vielzahl von Krankheiten und
Syndromen zusammengefasst, deren Gemeinsamkeit ein plötzliches
Auftreten von vorübergehenden (paroxysmalen), spontanen Entladungen
einzelner Nervenzellen, Neuronengruppen oder des gesamten Großhirns ist.
Wenn keine anfallsauslösenden Ursachen, wie Läsionen im zentralen
Nervensystem (ZNS) oder extraneurale Störungen, die das Gehirn sekundär
beeinflussen, nachweisbar sind, liegt die idiopathische, genuine oder
genetische Form der Epilepsie vor. Im Unterschied dazu setzt bei der
erworbenen, symptomatischen Form eine pathologische Veränderung die
Krampfschwelle herab und provoziert klinische Anfälle. Bei ca. 45 % der Hunde mit Anfallsleiden wird die idiopathische Epilepsie im  Ausschlussverfahren diagnostiziert. Bei dieser Form der Epilepsie treten beim Hund in 80 - 90% der Fälle vornehmlich generalisierte tonisch-klonische Anfälle auf, die mit Bewusstseinsverlust einhergehen (Grand Mal Anfälle). Die in der Literatur beschriebene Altersgrenze für das erste Auftreten von epileptischen Anfällen bei Hunden ist sehr weitläufig und liegt zwischen sechs Monaten bis hin zu 13 Jahren. Die meisten Autoren beschreiben jedoch, dass die ersten Anfälle bei Hunden mit idiopathischer Epilepsie meist dem ersten bis dritten Lebensjahr zu verzeichnen sind


 



 


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